FAQ - frequently asked questions - häufig gestellte Fragen

aktualisiert am 23.10.2017

Hier haben wir für Sie wichtige Informationen zu unserem Projekt und unserem Unterstützungsangebot zusammengestellt:

Was kann bundessache.at konkret tun für Personen mit Behinderung(en), die eine Stelle im Bundesdienst suchen?

bundessache.at bietet zunächst grundsätzlich ein Informationsgespräch zur Beschäftigung im Bund an bzw. bei Bedarf auch Informationen per Telefonat oder Mail.

bundessache.at bietet überdies jenen Personen Unterstützung an, die bei einem Integrationsfachdienst (z.B. Arbeitsassistenz) in Betreuung stehen, hinsichtlich

  • Beschäftigung im Bundesdienst,
  • Absolvierung einer verlängerten Lehre im Bund

Die Unterstützung bezieht sich auf die Kontakthaltung mit der betreffenden Bundesdienststelle, bei der eine Bewerbung erfolgt. Diese Kontakthaltung erfolgt in Absprache mit der jeweiligen Arbeitsassistenz bzw. dem jeweiligen betreuenden Fachdienst (bundessache.at kann selber KEINE Klientenbetreuung anbieten, - dies erfolgt durch den lokalen Fachdienst).

bundessache.at verfügt allerdings nicht (!) über einen Pool an "Behindertenplanstellen" (die noch bis 2007 zur Nachbesetzung kamen). Daher geht es im Regelfall um die Aufnahme von Personen mit Behinderung(en) auf eine reguläre Planstelle im Bundesdienst oder um die Aufnahme in ein Verwaltungspraktikum oder eine Lehrstelle.

Allerdings gibt es seit 2012 die grundsätzliche Möglichkeit für Bundesdienststellen, Personen mit einem Grad der Behinderung ab 70% (und höher) aufzunehmen: Sofern eine Dienststelle von dieser Möglichkeit Gebrauch macht und uns verständigt, informieren wir die lokalen Arbeitsassistenzen, damit möglichst viele Personen dieser Zielgruppe die Möglichkeit einer Bewerbung nutzen können. Die Arbeitsassistenzen geben diese Informationen an ihre jeweiligen Klientinnen und Klienten weiter.

Was kann bundessache.at konkret tun für Personen mit Behinderung(en), die bereits im Bundesdienst stehen und aufgrund ihrer Behinderung Probleme im Bereich ihrer Arbeit haben?

bundessache.at stellt den Kontakt her zum Angebot des sogenannten Jobcoachings und arbeitet mit diesem Angebot der lokalen Fachdienste eng zusammen: Das Jobcoaching unterstützt beim Erhalt einer gefährdeten Beschäftigung bzw. bei der Suche nach einer Alternative, wenn die bisherige Tätigkeit nicht mehr weiter ausgeübt werden kann.

Was kann bundessache.at konkret tun für Dienststellen des Bundes, die sich über die verlängerte Lehre informieren wollen oder überlegen, in ihrem Bereich eine verlängerte Lehre anzubieten?

bundessache.at bietet Beratung und Unterstützung hinsichtlich der Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Durchführung einer verlängerten Lehre und stellt den Kontakt zu interessierten und geeigneten KandidatInnen ebenso her wie zu den Ansprechpersonen des Jugendcoachings und der Berufsausbildungsassistenz. Neben diesen Akteuren steht bundessache.at während der Lehrausbildung der betreffenden Dienststelle jederzeit für Anfragen zur Verfügung. bundessache.at ersetzt allerdings nicht die Aufgaben und Dienste von Jugendcoaching und Berufsausbildungsassistenz.

Was kann bundessache.at noch für Bundesdienststellen konkret tun (unabhängig von der verlängerten Lehre)?

bundessache.at informiert Dienststellen und einzelne Bedienstete bei Bedarf über unterstützende Angebote für Menschen mit Behinderungen wie z.B. Arbeitsassistenz oder über die Möglichkeit der persönlichen Assistenz am Arbeitsplatz.

bundessache.at unterstützt Dienststellen, die von der Möglichkeit Gebrauch machen, Personen mit einem Grad der Behinderung ab 70% (und höher) aufzunehmen: Da wir mit den jeweiligen lokalen Arbeitsassistenzen in Kontakt stehen, können wir rasch abklären, ob geeignete KandidatInnen dieser Zielgruppe verfügbar sind und deren Bewerbungen veranlassen.

Was kann bundessache.at konkret zur Unterstützung von Integrationsfachdiensten (Arbeitsassistenzen, Projekte etc.) in Österreich tun?

bundessache.at informiert über Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen im Bund, hält Kontakt zu den jeweiligen Dienststellen während der Aufnahmeverfahren und geht bereits erfolgten Bewerbungen beim Bund nach.

bundessache.at stellt bei Bedarf den Kontakt zwischen den Dienststellen und der jeweiligen Ansprechperson bei den Integrationsfachdiensten her.

Bundessache.at ersetzt jedoch nicht die KlientInnenarbeit von Arbeitsassistenzen und Projekten.

Arbeitet bundessache.at auch mit anderen Beratungs- und Anlaufstellen für Menschen mit Behinderung(en) zusammen?

bundessache.at steht in Kontakt mit Organisationen und Anlaufstellen im Umfeld der Beratung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung(en) wie z.B. ÖZIV, KOBV, Behindertenanwaltschaft etc. Dadurch sollen Doppelgleisigkeiten verhindert – und die Effizienz der Arbeit für Menschen mit Behinderung(en) gesteigert werden.

Mit welchen Dienststellen des Bundes arbeitet bundessache.at in Wien und in den Bundesländern zusammen?

In Wien bietet bundessache.at grundsätzlich allen Ministerien und Dienststellen des Bundes Unterstützung an. In den Bundesländern verfolgt bundessache.at ebenso die Zusammenarbeit mit den lokalen Bundesdienststellen (Gerichte, Landesschulräte und Schulen, Finanzämter, Kasernen etc.).

Eine genaue Aufstellung der Bundesdienststellen finden Sie auf der HP des Bundeskanzleramtes.

Kann ich persönlich bei bundessache.at vorsprechen?

Sie können – sofern Ihnen das möglich ist und Sie einen Termin in Wien wahrnehmen können - gerne einen persönlichen Beratungstermin mit uns vereinbaren (Tel. 01/288 80 – 546, Mail bundessache@wienwork.at). Eine Terminvereinbarung ist unbedingt notwendig.

Wie ist das Büro von bundessache.at erreichbar? Ist es barrierefrei?

Das Büro von bundessache.at ist unter der Adresse Sonnenallee 47-51/Stiege 1/Top 2, 1220 Wien, erreichbar:
Die nächstgelegene Station der U-Bahn ist die U2-Endstation Seestadt.

Von der U2-Station ist entweder ein Fußweg von etwa 10 Minuten zurückzulegen oder man fährt eine Station mit der Buslinie 84A von der Station Seestadt (U2) bis zur Station "Hannah-Arendt-Platz".

Fahrplan der U2 (externe Link/Wiener Linien)

Fahrplan der Buslinie 84A (externe Link/Wiener Linien)

Unser Bürogebäude ist barrierefrei zugänglich.

Anfahrtsplan

Wie lange dauert es, bis ich über bundessache.at zu einem Job im Bundesdienst komme?

Grundsätzlich ist die Aufnahme in den Bundesdienst von der Verfügbarkeit einer entsprechenden Planstelle abhängig. bundessache.at hat auf das Zustandekommen einer Stellenausschreibung keinen Einfluss, nimmt aber nach Vorliegen konkreter Ausschreibungen von regulären Planstellen Kontakt mit den betreffenden Dienststellen auf und klärt ab, welche Möglichkeiten für BewerberInnen mit Behinderung bestehen.

Anschließend werden Integrationsfachdienste und deren KlientInnen über die Stellen informiert. Zudem halten wir  während des gesamten Bewerbungsverlaufes Kontakt mit den PersonalistInnen.

Die Dauer der Wartezeit auf einen Dienstposten ist überdies abhängig von weiteren Faktoren, auf die bundessache.at keinen Einfluss nehmen kann (Qualifikation der BewerberInnen, der Anzahl der jeweiligen MitbewerberInnen etc.).

Aufgrund der Vielzahl an InteressentInnen und der eher geringen Zahl an Aufnahmen in den Bundesdienst raten wir jedenfalls grundsätzlich davon ab, die eigene Arbeitsuche nur im Bereich des Bundes durchzuführen bzw. darauf zu beschränken.

Wie komme ich zu einer verlängerten Lehre im Bund und inwiefern kann mir bundessache.at dabei helfen?

Die verlängerte Lehre bezeichnet die Berufsausbildung für Personen mit Behinderungen unter besonderen Rahmenbedingungen: Sofern die Interessentin/der Interessent grundsätzlich in der Lage ist, eine Lehrausbildung zu absolvieren, kann dies im Rahmen einer verlängerten Lehre erfolgen (d.h. die Lehrzeit wird um ein Jahr verlängert und dauert somit in der Regel vier Jahre). Sofern die Absolvierung der gesamten Lehre nicht realistisch erscheint, kann auch eine sogenannte Teilqualifizierung absolviert werden, bei der einzelne Bereiche des jeweiligen Berufsbildes erlernt werden können. Allerdings ist zu beachten, dass Bundesdienststellen im Regelfall eine Voll-Lehre im Vergleich zu einer Teilqualifizierung bevorzugen.

Bitte beachten Sie: Die Absolvierung einer verlängerten Lehre im Bundesdienst bedeutet nicht gleichzeitig eine Beschäftigungszusage des Bundes für die Zeit nach Absolvierung der Lehre! Eine Weiterbeschäftigung ist immer von der Verfügbarkeit entsprechender Planstellen abhängig.

Folgende Voraussetzungen sind für eine verlängerte Lehre gegeben: Grundsätzlich müssen InteressentInnen zuerst ein Jugendcoaching (früher Clearing) durchlaufen, bei dem im Vorfeld der Berufswahl bereits berufliche Möglichkeiten, Interessen und Bedürfnisse abgeklärt werden. Wenn das Jugendcoaching letztlich eine verlängerte Lehre empfiehlt und das AMS die dafür notwendige Zustimmung erteilt, kann eine verlängerte Lehre grundsätzlich durchgeführt werden.

Während der verlängerten Lehre werden Lehrling und Betrieb (bzw. Dienststelle des Bundes) durch die Berufsausbildungsassistenz (BAS) betreut. Damit soll sicher gestellt werden, dass offene Fragen und Probleme rasch bearbeitet werden können und die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Jugendcoaching und Berufsausbildungsassistenz bieten in jedem Bundesland ihre Dienste an.

bundessache.at wiederum informiert Integrationsfachdienste ebenso wie Dienststellen des Bundes über die verlängerte Lehre und steht bei offenen Fragen gerne zur Verfügung. Vor allem aber stellt bundessache.at den Kontakt zwischen InteressentInnen und den einzelnen Bundesdienststellen her, die eine solche verlängerte Lehre anbieten.

Arbeitet bundessache.at mit dem AMS zusammen?

bundessache.at arbeitet im Auftrag des Sozialministeriumservice und in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Eine direkte Kooperation mit dem AMS ist nicht vorgesehen, ein indirekter Kontakt ergibt sich z.B. bei der verlängerten Lehre, wo die Zustimmung des AMS vorgesehen ist (s.o.).

Muss ich einen Feststellungsbescheid mit einem Grad der Behinderung haben, um die Dienstleistungen von bundessache.at in Anspruch nehmen zu können?

Die Zielgruppe von bundessache.at sind Personen mit Behinderungen, die im Bundesdienst arbeiten wollen, unabhängig von einer bescheidmäßig festgestellten Behinderung. Daher ist für eine Kontaktnahme mit bundessache.at oder für die Inanspruchnahme unserer Dienste kein Feststellungsbescheid notwendig.

Ein Bescheid mit einem darin festgestellten Grad der Behinderung ist lediglich eine Voraussetzung für eine Planstelle, die Personen mit Behinderungen vorbehalten ist (früher bis 2007: "Behindertenplanstelle" für Personen mit einem GdB ab 50%; heute: Planstelle für Personen mit einem GdB ab 70%) und dort erst dann, wenn eine entsprechende Einstellzusage bzw. -absicht vorliegt. Wir raten dringend (!) davon ab, unabhängig von einer solchen Zusage einen Feststellungsbescheid zu beantragen, da dadurch die Arbeitsuche (in anderen Bereichen) generell erschwert werden kann.

bundessache.at kann Personen mit Behinderung nur dann - über das Informationsgespräch hinaus - bei ihren Bewerbungen im Bund unterstützen, wenn sie in Betreuung eines Integrationsfachdienstes stehen bzw. eine solche Betreuung unmittelbar anstreben.

Kann ich über bundessache.at zu einer "Behindertenplanstelle" im Bundesdienst kommen?

Eigene Planstellen für Menschen mit Behinderungen und einem GdB ab 50% wurden im Bund bis etwa 2007 (nach)besetzt.

Seit 2012 gibt es die grundsätzliche Möglichkeit für Bundesdienststellen, Menschen mit Behinderungen und einem GdB ab 70% und höher aufzunehmen.

Wenn Sie sich für eine solche Planstelle interessieren und in Betreuung eines Integrationsfachdienstes (z.B: einer Arbeitsassistenz) stehen, werden Sie von Ihrem Integrationsfachdienst über eine solche freie Stelle informiert (wir stehen in laufendem Kontakt zu den Arbeitsassistenzen und verständigen sie, wenn eine solche Stelle vergeben wird).

Kann ich über bundessache.at zu einer Behindertenplanstelle im Landesdienst oder bei einer Gemeinde, einem Magistrat, einer Bezirkshauptmannschaft etc. kommen?

Der Auftrag von bundessache.at umfasst vorrangig den Bundesdienst in ganz Österreich (in allen Bundesländern) und nur in geringerem Ausmaß Fragen zur Anstellung im Landesdienst oder bei einer Gemeinde. Ebenso können wir nur ausgewählte Stellenangebote von ausgegliederten Organisationen des Bundes (z.B. Universitäten) in unsere Arbeit miteinbeziehen.

Welche Voraussetzungen bzw. Qualifikationen benötige ich grundsätzlich, um im Bundesdienst arbeiten zu können?

Für eine reguläre Planstelle im Bundesdienst müssen BewerberInnen alle in der Stellenausschreibung genannten wesentlichen Voraussetzungen und Qualifikationen erfüllen. Dies gilt ebenso uneingeschränkt für Personen mit Behinderung(en), die sich um eine solche Planstelle bewerben.

Die detaillierten Voraussetzungen einer Stelle hängen von der jeweiligen Verwendung bzw. vom jeweiligen Berufsbild ab (z.B. sind bei administrativen Tätigkeiten verständlicherweise aktuelle EDV-Anwenderkenntnisse ebenso vonnöten wie orthographische Sicherheit, sprachliche Ausdrucksfähigkeit etc.).

Für manche Stellen im Bundesdienst werden zusätzliche Überprüfungen vorgenommen (z.B. die sogenannte Verlässlichkeitsprüfung oder Sicherheitsüberprüfung). Dabei geht es um die Abklärung von Voraussetzungen einer Tätigkeit in einem Bereich, der in einem sensiblen Umfeld (aufgrund interner Sicherheitsbestimmungen) liegt. Sollte es im Rahmen einer solchen Überprüfung zur Absage einer Bewerbung kommen, bedeutet dies ausdrücklich nicht eine generelle Ablehnung einer Beschäftigung im Bundesdienst, sondern bezieht sich lediglich auf die Beschäftigung in der geplanten Dienststelle.

Kann mir bundessache.at bei einer Versetzung innerhalb des Bundesdiensts helfen?

Bei Versetzungswünschen innerhalb des Bundesdiensts, z.B. von einem Ministerium in ein anderes oder von einer Dienststelle in Wien zu einer Dienststelle in Tirol kann bundessache.at keinen Einfluss nehmen, da es sich hier um stellenplanbedingte Veränderungen handelt, die ausschließlich die jeweiligen Ressorts bearbeiten und entscheiden. Wir unterstützen jedoch gerne den persönlichen Entscheidungsprozess, verweisen bei Bedarf an das unterstützende Angebot des Jobcoachings (s.o.) und verfolgen bereits eingebrachte Versetzungsgesuche nach.

Inwiefern muss auch der Bund die Beschäftigungspflicht von Personen mit Behinderungen erfüllen und inwiefern wird dies umgesetzt?

Wie auch die Privatwirtschaft ist der Bund aufgrund des Behinderteneinstellungsgesetzes (BEinstG) verpflichtet, Menschen mit Behinderung(en) zu beschäftigen (vgl. §§1, 2 und 4 BEinstG).

Grundsätzlich kann die gesetzliche Beschäftigungspflicht sowohl durch Neuaufnahmen von Personen mit Behinderung(en) erfüllt werden als auch dadurch, dass bereits bestehende MitarbeiterInnen mit Behinderung die Begünstigteneigenschaft erwerben (durch den Bescheid des Sozialministeriumservice). Daher bedeutet eine Zunahme von beschäftigten Personen mit Behinderung(en) im Bundesdienst nicht zwingend eine ebenso hohe Zunahme an Neuaufnahmen.

Der Bund erfüllt (als gesamte Organisation) seit 2007 die Vorgaben hinsichtlich der Beschäftigungspflicht nach dem Behinderteneinstellungsgesetz.

vgl. dazu u.a. den Personalbericht des Bundes von 2016 (Bundeskanzleramt Österreich - Öffentlicher Dienst, Personalbericht 2016, Punkt 6.4.2. > Seite 81-82)